Du bist auf www.kalkalgen.de, dem Korallenriff-Projekt von Michael Megerle gelandet.
Mehr Bilder vom Korallenriff....
Dies ist eine sehr einfach aufgebaute WEB Site, ohne Schnickschnack, auf der es im Wesentlichen darum geht, mein Technik gestütztes Korallenriff vorzustellen und einige Erfahrungen, aus den über 20 Jahren in denen ich die Entwicklung der Seewasseraquaristik beobachte. Warum die Site unter der Domain www.Kalkalgen.de betrieben wird? Kalkalgen haben eine wichtige Funktion im natürlichen Korallenriff, wie im Riffbecken. Im Korallenriff sind Kalkalgen neben den Steinkorallen im wesentlich dafür verantwortlich dass die Riffstruktur verfestigt wird und das Riff so vor allzu schneller Erosion durch die Wellen geschützt ist. Im Seewasser- resp. Korallenriffbecken, zeigt ein guter Kalkalgenwuchs in der Regel an, dass mit dem Wasser alles in Ordnung ist und die Parameter, zumindest im Grossen und Ganzen, im Lot sind. Darüber hinaus schaffen Kalkalgen, vornehmlich Kalkrotalgen eine Konkurrenz zu anderen unerwünschten Algenarten. Wem der Kalkrotalgenwuchs zu stark ist der kann mit einer angepassten Zahl Seeigel für ein Aufbrechen der Verkrustungen sorgen, denn Seeigel schaben, dort wo sie hin kommen, die Kalkalgen zusammen mit dem Aufwuchs von Dekoration und Scheiben und bauen mit dem aufgenommenen Kalk ihr eigenes Skelett auf (und die Stacheln).
Wenn du bereit bist dich mit der komplexen Materie eines so empfindlichen Ökosystems wie es das Korallenriff ist, auseinander zu setzen, dann ist die Riffaquaristik ein tolles Hobby, welches viel Spass macht und jede Menge Beobachtungsmöglichkeiten bietet. Wer allerdings nicht bereit ist sich die erforderlichen Grundkenntnisse in Bezug auf Wasserchemie und Tiere anzueignen, der sollte dieses Hobby besser sein lassen. Er wird damit einiges an Tieren und Geld "verheizen" ohne rechten Spass und Erfolge mit der Seewasseraquaristik zu haben. Er gibt dieses Hobby nach einigem teuren Lehrgeld dann erfahrungsgemäss auch ziemlich bald wieder auf. An Neueinsteiger kann ich immer wieder schöne Ableger diverser Korallen abgeben und dazu natürlich den einen oder anderen Haltungstipp. Versenden kann ich Tiere jedoch nicht, dazu fehlen mir die Möglichkeiten.
Einge Basisinfos zu meinem aktuellen Seewasserbecken:
Mein Riffbecken steht im Keller, weil ich dort meine Ruhe hab´ und bestimmte Dinge hier unproblematischer sind (Keine Statikprobleme, Fliessenboden, Wasser und Abwasser sowie Spüle, direkt im nebenraum). Die Maße 130x60x60, einfaches Standardbecken mit Unterschrank, nachträglich angebrachte seitlich 40er Bohrung mit Ablaufrohr in Technikbecken, das neben dem Becken steht und den Eiweißabschäumer aufnimmt. Das Becken mit dem Unterschrank habe ich in 2003 auf die Schnelle gekauft und nachträglich mit einer Bohrung versehen lassen, weil ich unter Zeitdruck war den Besatz von einem Seewasseraquarianer zu übernehmen, der sein Becken aufgelöst hat. Im Nebenraum (Waschküche) stehen Zu- und Abwasser zur Verfügung. Dort steht eine Tonne mit Osmosewasser und richtig eingestelltem Seewasser für den Wasserwechsel, sowie die Kanister mit den Balling Flüssigkeiten. Ich betreibe das Becken nährstoffarm und mit rel. viel Licht. Mein Vorbild das natürliche Korallenriff in dem ich jahrelang mit Begeisterung getaucht bin. Dort habe ich mir die natürlichen Verhältnisse Lebens- und Wachstumsbedingungen der Korallen und anderen Tiere genauestens angeschaut.
Viele Erkenntnisse und Verfahren die einen nährstoffarmen und naturähnlichen Betrieb eines Korallenriff- Biotopes ermöglichen waren in den 80er Jahren jedoch noch nicht vorhanden und haben sich nach und nach erst im Laufe der Jahre ergeben. Es ist für mich erstaunlich was heute möglich ist, wenn ich mir die Becken aus den 70er und 80er Jahren ansehe, mit toten Korallenstöcken, ein paar Algen und bestenfalls einigen Weichkorallen. Standzeit des aktuellen Beckens im März 2009 6 Jahre. Zwischendurch hatte ich allerdings einen Totalabsturz durch einen defekten Heizer (Schwermetalle), mit längerer Phase des nicht Kümmerns ;-) . Ich kann an dieser Stelle deshalb nur dazu ermuntern möglichst viele Risikofaktoren für einen Supergau auszuschliessen. Insbesondere habe ich immer wieder beobachtet dass das Risiko von Schwermetall resp. Kupfervergiftungen unterschätzt wird. Manches mal einfach dadurch dass man was nicht bedacht hat, in manchen Fällen aber auch durch ein viel zu sorgloses Hantieren in und um das Becken. Wie schnell ist dabei durch Unachtsamkeit eine Schraube oder dergleichen ins Becken zwischen die Deko gefallen und das gesamte vormals vielleicht stabile Ökosystem kommt dadurch ins kippen. Man kann sich dann am Kopf kratzen und Wochen- oder Monatelang nach Ursachen suchen und dabei zusehen wie das Becken Schritt für Schritt schlechter steht und die Tiere nach und nach absterben :-/ Auf die Aspekte zur Vermeidung von "Totalabstürzen" eines Beckens möchte ich deshalb aufgrund eigener, ärgerlicher Erfahrungen, aber auch augrund vielfältiger Beobachtungen bei anderen Aquarianern explizit zu sprechen kommen.
Ich möchte betonen dass es für den Erfolg in der Seewasser- bzw. Riffaquaristik nicht erforderlich ist einen "Riesenpott" zu betreiben, wie das manche postulieren. Ich habe in meiner "Laufbahn" Becken von 100L bis 1500L betrieben und bin jetzt bei ca. 500L gelandet. Aus jeder Beckengrösse kann man etwas schönes und interessantes machen, das auch funktioniert, wenn man nur Ahnung von der Sache hat und weis was man tut. Ausserdem, eine grosse Anlage ist schneller angeschafft, als dauerhaft unterhalten und betrieben. Und das sowohl in Bezug auf die Kosten als auch in Bezug auf den Zeitaufwand. 5% Wasserwechsel sind bei einem 500L Becken 25L und bei einem 2000L Becken 100L. Das sind gleich ganz andere Dimensionen mit denen man bei sehr grossen Seewasserbecken hantieren muss. Meine Devise zwischenzeitlich - lieber eine mittlere Anlage gut und erfolgreich betreiben, als einer grossen Anlage schnell überdrüssig, weil man zu nichts anderem mehr kommt oder weil einem die Kosten auf die Dauer überfordern. Schliesslich gibt es noch andere Dinge im Leben wie ein Riffaquarium.
Die Technik: Die technische Ausstattung orientiert sich an den Notwendigkeiten und hat unter anderem die wesentlichen Ziele:
im Einzelnen
Meine Wasserwerte: Dichte 1022-1024, Temp. 24-28 (nach Jahres- und Tageszeit), PH 7,9-8,2, KH 6-8, CA 400-500, MG 1300-1400, NO3 <1mg/l, NO2 nn, PO4 < 0,02mg/l, Redox > 400mV. Ich muss dazu sagen dass ich die Wasserwerte, bis auf die Karbonathärte, eigentlich eher selten messe, denn ein Blick in mein Becken und auf meine Korallen zeigt mir auf den ersten Blick ob alles im Lot ist (sowas nennt man in der Wissenschaft Bioindikatoren ;-)
Besatz: Sehr viel Wert habe ich beim Besatz auf die Vielfalt der Arten gelegt. Am besten vermeidet man nach meinen Beobachtungen allfällige Plagen in dem man viele der ökologische Nischen mit entsprechenden Tieren besetzt, mit dem Ziel die Massenausbreitung einzelner Organismen zu erschweren, wie das leider immer wieder passiert. Die Kunst besteht immer darin ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und "Feinddruck" zu erreichen. Wenn man eine grosse Vielfalt an niederen Tieren pflegen möchte, ist andererseits aber auch Beschränkung an der Stelle angebracht, wo Fische bekannt sind als Korallen-, Röhrenwurm- Muschel- oder Garnelenfresser. Hier sei dem Anfänger empfohlen sich vor einer allzu schnellen Kaufentscheidung bei einem seriösen und sachkundigen Händler beraten zu lassen, bzw. sich unter http://www.meerwasser-lexikon.de/ oder in der Literatur zu informieren welche Tierkombination harmoniert und auf Dauer funktioniert. Es macht m.E. einfach keinen richtigen Spass wenn durch irgendwelche Insassen, immer wieder Tridacnen gekillt, die Röhrenwürmer aus den Porites gefressen, oder SPS Korallen mit sonst tollem Polypenbild immer zu sind, weil ständig ein Fisch an ihnen rum pickt. Wenn man Wert darauf legt auch Kaiser-, Falter-, Kugel- oder Feilen- oder Papageienfische zu pflegen, so ist man gut beraten das Becken schwerpunktmässig auf Weichkorallen auszurichten. Diese haben ein höheres Regenerationsvermögen als viele der deutlich empfindlicheren Steinkorallen. Mit einem sehr grossen Becken kann die Vergesellschaftung von Korallenfressern und Steinkorallen vielleicht gut gehen. Aber selbst in einem Becken wie dem grossen Riffbecken im Löbbecke Aquazo sieht man dass die Steinkorallen leiden unter den ständigen Atacken der Oxymonacanthus Feilenfische.
Niedere Tiere
Fische
Betriebssicherheit
Ich möchte hier ein paar kurze Anregungen zum Thema Betriebssicherheit machen, die aus meinen eigenen Erfahrung und Überlegungen resultieren. Ich bin gerne auch bereit Anregungen und Überlegungen anderer an dieser Stelle mit aufzuführen um die Ursachen für einen Totalverlust einer gut laufenden Anlage möglichst zu minimieren. Also wenn ihr Anregungen habt, bitte einfach ne Mail an mich unter mmegerle(at)megerle.de
Grundüberlegung ist die, dass die technischen Möglichkeiten Totalabstürze eines
Seewasserbeckens zu verhindern in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden
sind (Alarmanlage, USV, Notstrom etc.). Unsere Becken und der Besatz einer seit
Jahren laufenden Riffanlage ist derweil bestimmt nicht billiger geworden. Ergo
lohnt es sich aus meiner sicht heute um so mehr Register zu ziehen die noch vor
10 Jahren vom Kosten/Nutzenverhältnis her uninteressant waren.
Was sich auf alle Fälle lohnt ist eine
USV
(USV=Unterbrechungsfreie Stromversorgung, kommt aus der EDV) zur
Aufrechterhaltung einer ausreichenden Strömung im Becken (Oberflächenbewegung).
Bei mir ist das eine Turbelle Stream. Eine gute Oberflächenbewegung wird
allgemein als am wichtigsten für den Gasaustausch und die Sauerstoffversorgung
in einem Aquarium erachtet, wichtiger noch als der Eiweißabschäumer, oder andere
Filtertechniken, die meist eher Sauerstoff zehren. Bei mir hängt noch die
Umwälzpumpe zum Filterbecken mit dran, was bei meiner kleinen Anlage, in der das
Filterbecken neben dem Hauptbecken steht, natürlich nicht viel zusätzlichen
Strombedarf bedeutet (Newjet 2300er/35W).
Mit meiner 1500er USV (Investition < 200€/gebraucht ggf. neue Akkus) kann ich
die beiden Pumpen 4,5 Stunden (getestet) am Leben halten, ohne dass ich bei
einem Stromausfall was dazu tun muss.
In einer grossen Anlage wäre viel Schaden abzuwenden wenn mit einer USV
wenigstens die Wasser- und Oberflächenbewegung im Becken sicher gestellt werden
würde - und zwar auch in eigener Abwesenheit.
Parallel dazu wird ein Stromausfall und ein zu hoher Wasserstand
über Melder unserer Alarmanlage registriert und über ein in die Alarmzentrale
integriertes Wählgerät (akkugepuffert), über eine ISDN Verbindung (über kleine
USV gesichert) auf das Handy gemeldet.
Das mag alles unbezahlbar klingen, ist es aber keinesfalls, insbesondere nicht,
wenn man den möglichen Schaden ins Verhältnis dazu setzt.
Wie man weis sind die meisten Stromausfälle nur von kurzer Dauer, sodass man mit
einer USV, ohne eigenes Eingreifen ausgesprochen viel Sicherheit gewinnt.
Zusätzlich habe ich mir, um auch längere Stromausfälle ggf. überbrücken zu
können, in 2009 noch ein Notstromaggregat gekauft, welches mit 5KW Leistung,
Kraftstrom, E-Starter, Batterie etc. sehr gut ausgestattet ist und im Verhältnis
zum wertvollen Besatz einer Seewasseranlage wertmässig geradezu ein Schnäppchen
ist.
Weiters habe ich mein Becken über eine WEB Cam bei Bedarf im Auge, wenn ich mal ne Weile verreist bin und mir selbst ein Bild davon machen will in welcher Manier meine Fische sich bewegen. Nicht jede Urlaubsvertretung kann dies mangels Erfahrung beurteilen. Auch dies ist in Zeiten breitbandiger Internet Anschlüsse und günstiger Hardware keine Unbezahlbare Lösung, auch wieder im Vergleich zu anderen Investitionen die ambitionierte Riff-Aquarianer tätigen, wenn ich beispielsweise an die Preise eines "Bubblek." denke.
Weitere Ursachen für einen Supergau bzw. für das "Umkippen" eines Seewasserbeckens
die oben stehenden Punkte werde ich falls es meine Zeit erlaubt noch erweitern und im einzelnen weiter ausführen. Gerne verarbeite ich in der Site auch "Input" von anderen Aquarianern die mir ihre persönlichen Erfahrungen mitteilen wollen. Bitte infach eine e-mail an mich.
Site wird fortgesetzt.....
Nachzuchtkorallen / Korallenableger:
In einem funktionierenden
Riffbecken muss man immer wieder "gärtnerisch" tätig werden. Ich gebe deshalb
immer mal wieder kleinere oder grössere Ableger der von mir gehaltenen Tiere ab.
Mir kommt es dabei nicht auf den Profit an, deshalb sind die Ableger billig und
manches verschenke ich auch ich bin auch bereit ggf. gegen andere Tiere zu tauschen,
sofern es grad passt. Auch ist es mir
wichtig eventuelle Neueinsteiger in die Meerwasseraquaristik mit günstigem
"Basismaterial" und auch mit dem einen oder anderen nützlichen Tipp zu
versorgen.
Grössere Bilder der Ablegerkorallen können gerne angefordert werden.
Wichtiger Hinweis zur WEB Site: Wenn du Fehler entdeckst, Fragen oder Verbesserungsvorschläge hast schreib mir eine Mail an mmegerle(at)megerle.de. Die Informationen auf der WEB Site wiederspiegeln meine eigenen Erfahrung. Die Site ist nicht kommerziell. Deshalb ist eine Haftung, egal aus welchem Grund ausgeschlossen. Jeder sollte seine eigene Anlage genau beobachten und gut überlegen was er tut.
Wer Fragen hat, oder sich auf der Site weitere Informationen wünscht kann mir gerne eine E-Mail schreiben.
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